Leo von Klenze Haus

Gelungenes Sommerfest im Leo von Klenze Museum

Historsche Tänze im neu gestalteten Garten erfreute alle Gäste.

Der Förderverein Leo von Klenze-Museum e.V. hatte am Samstag, den 18. Juli 2026 zum großen Sommerfest in und um das Leo von Klenze – Museum eingeladen.


Bei einem Sektempfang wurde das 10jährige Bestehen des Vereines gefeiert und eine Sonderausstellung dazu eröffnet. Viele Gäste strömten in den Museumsraum, wo eine Ausstellung mit Plakaten und Zeitungsartikeln die Aktivitäten der letzten 10 Jahre des Vereines lebendig werden ließen. Außerdem ist der Museumsraum durch viele neue Bilder von Leo von Klenzes Werken komplettiert worden.
Der Vorsitzende Jochen Buchholz begrüßte Ortsbürgermeister Hausmann und die Anwesenden herzlich und erinnerte an manche gelungene Veranstaltung in den zurückliegenden Jahren. Das alles wäre ohne Henning Schacht nicht möglich gewesen. Er hatte die Idee von einem Leo von Klenze Museum in diesem historischen Haus und war die treibende Kraft zur Gründung des Vereines. Nachdem er 2021 plötzlich verstorben war, übernahm seine Frau Dorothee seine Aufgaben. Dafür dankte Buchholz ihr mit Goethes Worten.

Bürgermeister Michael Hausmann gratulierte dem Verein herzlich zu seinem 10jährigen Jubiläum und hob die Bedeutung des Leo von Klenze-Museum für Schladen hervor. Dann wies er, als Mitglied des Stiftungsrates, auch auf die Rettung des Gutshauses in Heißum, hin, wofür sich die Leo von Klenze Museum – Stiftung seit 2025 federführend unter Dr. Hermann Neumann einsetzt.

Die 2. Vorsitzende Dorothee Schacht begrüßte auch alle Gäste, unter anderem auch Marianne Wallach mit ihrem Freundeskreis, die allesamt in der festlichen Mode von Klenzes Zeiten gewandt, eine Zierde des Festes darstellten, ganz herzlich zum Sommerfest. Sie wies daraufhin, dass nicht nur das 10jährige Bestehen des Vereines gefeiert wird, sondern auch die großzügige Förderung von LEADER, wodurch der Garten neu gestaltet, die Fassade renoviert und der Zaun nach historischem Vorbild neu gebaut werden konnte. Leider konnte er wegen Lieferschwierigkeiten die Holzlatten nicht mehr rechtzeitig fertig gestellt werden. Bei den Pflanzungen im Garten hatten viele fleißige Helfer die Eigenleistung für den Verein erarbeitet. Aber auch für viele Arbeiten im Haus und bei Veranstaltungen, gibt es immer wieder viel Unterstützung vom SoVD und dem Förderkreis Heimathaus Alte Mühle, wofür sie sich herzlich bedankte.

Nachdem sie für die Spendenaktion zum Kauf des Silberkruges der Familie Klenze geworben und den Ablauf des Festes erläutert hatte, hob sie ihr Glas, um mit allen auf diese Ausstellung und das Fest anzustoßen. Mit viel Lob von den Gästen für die Aktivitäten und die neue Ausgestaltung des Museumsraumes, wurden noch viele interessante Gesprächen geführt. Auch konnte Dr. Neumann etwas verspätet noch persönlich begrüßt werden. Dieser konnte auch viele Fragen zu Heißum beantworten.

Nach einem Rundgang durch die Museumsräume ließen sich die Gäste im Café am Kuchenbuffet verwöhnen und genossen den neuen Garten. Dort wurde auch die Kultur und Mode der damaligen Zeit in Leos Kindheit durch Marianne Wallach mit ihren Freunden lebendig. Sie tauchten in die Zeit von Leo von Klenze ein und zeigten historisch gewandet die Tischkultur der damaligen bürgerlichen Elite. Auch das Picknicken wurde damals regelrecht zelebriert. Hierzu hatte Cassandra Schild mit authentischen Geschirren von Fürstenberg eine repräsentative Tafel eingedeckt. Die Gäste durften selber von den Köstlichkeiten kosten, was auch gerne angenommen wurde.

Zum Freizeitvergnügen gehörte damals auch gehörte ein gepflegtes Tänzchen dazu. Dieses alles konnten die Besucher an dem schönen Nachmittag erleben.
Dazu erfreute Ulrich Zander die Gäste mit Klängen auf seiner Zither.

Zum Abschluss fand ab 19 Uhr noch ein Konzert vom Gitarristen Günter Scholz statt. Er begeisterte jedes Jahr wieder mit seinen Lieder aus den Sechziger und Siebzigern, Irish Folk, sowie auch Countrysongs das Publikum.
Dabei trug Kea Martina Schwarzfeld fröhliche Poesie und berührende Lyrik vor. Diese erheiterte die Zuhörer immer wieder. Bei Fackelschein klang dann der Sommerabend gemütlich aus. Ein Pärchen wagte sogar auf dem Rasen ein Tänzchen und beim letzten Lied Halleluja sangen alle mit. Mit Standing Ovationen und langen Applaus ging ein schönes Fest zu Ende.

Weitere Informationen zu weiteren Veranstaltungen gibt es unter der neuen Homepage des Vereins https://leovonklenzehaus-schladen.de/ .

Info zur Mode zu Zeiten Leo von Klenze

Leo von Klenze wurde in einer Zeit großer politischer Veränderungen geboren. Nach der französischen Revolution änderte sich sowohl der Baustil als auch die Mode.

Pracht und Prunk des Barock/Rokoko wandelte sich in den Klassizismus und genauso veränderte sich die Kleidermode sowohl für Damen als auch für die Herren. Üppige Roben und enge Korsetts waren mit dem Ende der Herrschaft von Ludwig XVI passé. Napoleon Bonaparte, eine der wichtigsten Personen der europäischen Geschichte – prägte einen neuen Kunst- und Kleidermodestil, der den Namen Empire trägt und u.a. in Deutschland von 1804 bis 1815 dauerte und Einfluss auf ganz Europa hatte.


Die stark verstärkte Schnürbrust des 18. Jh wich dem Kurzmieder – leichtere Stoffoberteile, die formten und Halt boten, jedoch ohne Korsettstäbe. Die Kleidertaille rutschte hoch bis unter die Brust und der Rock, gekräuselt oder in Falten gelegt, fiel bis auf den Boden – gerne mit einer kleinen Schleppe versehen.

Die Materialien waren leicht – aus Musselin (was eher dem heutigen Baumwollvoil entsprechen dürfte), häufig weiß oder weißgrundig mit kleinen Mustern. Als wärmendes Darüber konnte man einen Spencer wählen – mit oder ohne Ärmel – aus Tuch oder Wolle – . Der Militärstil war auch für die Damenwelt „in“. Tagsüber war ein Fichu – ein dünnes Tuch, das im Ausschnitt getragen wurde, unabdingbar. Für den Abend wurden dann wieder Seidenstoffe gewählt, Überkleider aus Spitze sowie aufwendige Stickereien waren en vogue.

Typisch für diese Zeiten waren neben den Häubchen aus Baumwolle verziert mit Spitzen, die während des ganzen Tages getragen wurden, auch unter den „Ausgehhüten“. Diese sogenannten Schuten aus Stroh, Filz oder auch Seide oder auch Barretts waren verziert mit Federtuffs, Blumen und Bändern. Empire-Fashion für Damen umfasste auch eine Menge von Accessoires wie Handschuhe, Fächer und Sonnenschirme

Für die Männer waren dagegen Krawatte und Halstücher bestimmt. Mit dem Zylinder, der in ganz Europa getragen wurde, betonten die Männer der Empire-Epoche die ausgewogene Eleganz ihres Gentleman-Outfits. Unter den Stoffen dominierten feine Tücher und Tweed-Gewebe, Leinen und Baumwolle, die in dunklen Farbtönen gehalten waren. Voll im Trend war ein zweireihig geknöpfter Frack mit Hosen. In England entwickelte sich die Empire-Herrenmode zu einer neuen Lebenseinstellung, die durch den modebewussten Dandy propagiert wurde. Dandy war nämlich ein modebewusster Gentleman, der viel Aufmerksamkeit seiner Garderobe und seinem Aussehen widmete.

Parallel dazu entwickelte sich in England das Regency von 1810 – 1820 mit der Regentschaft des Prince of Wales – Georg August Friedrich von Hannover, den späteren George IV.

Empire-Kleider des 19. Jahrhunderts widerspiegelten Ideale des Römischen Reiches.

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