Leo von Klenze Haus

Leo von Klenze – Leben & Wirken

Der große Sohn Schladens!

Der deutsche Architekt Leo von Klenze wurde 1784 in Schladen/ Buchladen geboren und hat 7 Jahre im Haus am Damm gewohnt.

Er gilt neben Karl Friedrich Schinkel als einer der bedeutendsten Architekten des Klassizismus. Als Hofbaumeister von München unter König Ludwig I. von Bayern zu Ruhm gekommen, hat er sich auch als Maler, Schriftsteller und Diplomat hervorgetan.

Klenze gestaltete das Provinzstädtchen München zu einer Residenzstadt um, wo er zunächst das Hofgartentor, dann die Glyptothek für Ludwigs Sammlung antiker Skulpturen, die Alte Pinakothek, eine Gemäldegalerie, entstehen ließ. Auch gestaltete er den Odeonsplatz und die Residenz neu. Es folgten Walhalla bei Regensburg, die Befreiungshalle bei Kelheim, wodurch sein Ruhm bis nach Russland reichte, wo er die Neue Eremitage in St. Petersburg bauen durfte, eine der schönsten Gemäldegalerien der Welt. Auch in Griechenland war er tätig, wo er bei den Restaurierungsarbeiten an der Akropolis mitwirkte und einen Plan für das neue Athen entwarf.

Deshalb wurde zu Ehren dem größten Sohn Schladens in seinem Elternhaus 2022 das erste Leo von Klenze Museum der Welt eröffnet.

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Weil nach dem Wegzug der Familie Klenze nach Heißum das Haus fast 200 Jahre eine Apotheke war, wurde 2015 im Labor und der alten Materialkammer ein Apothekenmuseum eingerichtet.

Das Leo von Klenze Haus wird auch als Kulturzentrum genutzt. Es finden regelmäßige Vorträge statt, darunter ab 2017 auch Ostpreußische Weihnachtfeiern.

Im Café veranstaltet der Förderverein 2x im Jahr ein Bürgerfrühstück mit kleinen Lesungen.

Ein Literaturkreis trifft sich im 14tägigem Rhythmus. Zusätzlich finden Spiele-Nachmittage statt.

Im ca. 3000 qm großen Garten finden seit 2017 regelmäßig Sommerfeste statt, bei denen sich „Musik der leisen Töne“ mit Lyrik abwechseln.

Elternhaus und Leben in Schladen

Gotthelf Friedrich Klenze und dessen Frau Gertrud Josefa Theresia Klenze geborene Meyer, Tochter eines Arztes in Osnabrück, hatten sieben Kinder. Leopold war der erste Sohn und zugleich das dritte Kind.

Als Gotthelf Friedrich Klenze 1782 Amtmann von in Schladen wurde, war das alte Amtmannhaus gegenüber der Domäne an den Vorgänger verkauft. Deshalb bekam er auf der Amtsfreiheit am Damm ein kleines Haus auf dem Gelände der Domäne. Da dieses zu klein war, ließ er aber abreißen und ein repräsentatives Haus vorne an der Straße bauen. In der Bauzeit von 1783 bis 1784 wohnte die Familie auf dem Buchladen (auch Bockelah, Bocla oder Boklah genannt) bei Schladen.

Dort wurde dann auch in der Nacht vom 28. auf den 29. Februar im Jahre 1784 Franz Karl Leopold Klenze geboren. Nach der Fertigstellung des Hauses am Damm 1784 lebte der kleine Leopold mit seiner Familie dort noch 7 Jahre.

leo von klenze architekturzeichnung

Der Architekt

Leo von Klenze (1784–1864)

Der deutsche Architekt Leo von Klenze gilt neben Karl Friedrich Schinkel als einer der bedeutendsten Architekten des Klassizismus. Als Hofbaumeister von München unter König Ludwig I. von Bayern zu Ruhm gekommen, hat er sich auch als Maler, Schriftsteller und Diplomat hervorgetan.

Klenze gestaltete das Provinzstädtchen München zu einer Residenzstadt um, wo er zunächst das Hofgartentor, dann die Glyptothek für Ludwigs Sammlung antiker Skulpturen, die Alte Pinakothek, eine Gemäldegalerie, entstehen ließ. Auch gestaltete er den Odeonsplatz und die Residenz neu. Es folgten Walhalla bei Regensburg, die Befreiungshalle bei Kelheim, wodurch sein Ruhm bis nach Russland reichte, wo er die Neue Eremitage in St. Petersburg bauen durfte, eine der schönsten Gemäldegalerien der Welt. Auch in Griechenland war er tätig, wo er bei den Restaurierungsarbeiten an der Akropolis mitwirkte und einen Plan für das neue Athen entwarf.

Nach seiner Kindheit in Schladen zog die Familie 1791 auf das von der Großmutter väterlicherseits geerbte Gut Heißum.

1798-1800 folgte eine humanistische Ausbildung am „Collegium Carolinum“ in Braunschweig, wo Leo schon die ersten Architektenzeichnungen anfertigte.

1800-1803 Mit 16 Jahren beginnt Klenze das Studium der Bauwissenschaft für den höheren Bauverwaltungsdienst an der Berliner Bauakademie bei David Gilly und Aloys Hirt, durch den er mit der Antike in Berührung kam, die ihn architektonisch sein Leben lang prägte. Hier lernt er auch Schinkel kennen.

1804 kehrte Leo Klenze für 2 Jahre zu seiner Familie zurück.

1806 tritt er nach kurzem Aufenthalt in Paris (1807) seine erste Reise nach Italien an. In Genua lernt er den Bankier Constantin La Fleche kennen.

1808 kam er an den Kasseler Hof, den Napoleons Bruder Jérôme regierte, und baute dort sein erstes Theater. Dort lernte er auch seine Frau Felicitas Biangini kennen, die als Sängerin am Kasseler Theater tätig war.  Klenze legte viel Wert auf Beziehungen in gute Kreise. Später zeugen die Schriftwechsel mit Goethe und Schiller auch davon.

1809-1811 baute Klenze die Bellevue Marställe in Kassel an der schönen Aussicht. Klenzes erstes Gebäude war das Ballhaus bei Wilhelmshöhe bei Kassel.  Dieses ist eines der größeren Projekte, die nach Plänen Klenzes zur Ausführung kommen.

28.08.1813 heiratet Klenze die aus Turin stammende Sängerin Felicitas Blangini in der Kasseler Elisabeth Kirche.

Nach Jérômes Sturz im Jahre 1813 ging Klenze mit seiner Frau Felicitas nach Paris, wo er auch den bayerischen Kronprinzen Ludwig kennen lernte. Beide verband die gemeinsame Begeisterung für die Antike. Ludwig überredete Klenze, nach München zu kommen, und verhalf ihm zum Sieg in einem Wettbewerb zur Planung der Glyptothek.

Damit begann eine Karriere, im Zuge derer Klenze alle wichtigen Ämter und Titel im bayerischen Bauwesen anhäufte, Millionär wurde, alle Konkurrenten niederhielt und sich den soliden Ruf eines knallharten Karrieristen erwarb. Die Baulust des Bayernkönigs war nicht zu bremsen, galt es doch, das noch junge Königreich Bayern, das nur von Napoleons Gnaden zustande gekommen war, mit Glanz und Größe zu versehen und das durch die napoleonische Fremdherrschaft stark angeschlagene Nationalbewusstsein der Deutschen zu heben.

Das Königreich Westphalen bricht nach dem Einmarsch der russischen Truppen zusammen, weshalb das junge Ehepaar im November nach München floh.

1814 vermittelt Graf Rechberg Klenze eine erste Audienz bei Kronprinz Ludwig. Im selben Jahr wird sein 1. Sohn Hippolyt geboren. 1822 und 1828 folgen Tochter Sophie und Athenaide. 3 andere Kinder starben früh.

Sommer 1815 zeichnet er einen Vorentwurf zur Glyptothek. Klenze erwirbt sich durch Spekulationen ein beträchtliches Vermögen.

1816 wird Klenze zum königlichem Hofarchitekt berufen.

1818 begleitet Klenze Kronprinz Ludwig auf einer Reise durch Italien. König Max I. Josef ernennt ihn zum Oberbaurat.

1819 wird in Pappenheim der Grundstein für das Neue Schloss gelegt.

1820 Grundsteinlegung für die Hofreitschule.

1821 Ernennung zum Mitglied der Königlichen Bayrischen Akademie der Wissenschaft. Im Tegernsee erhält Klenze den Auftrag zum Umbau des ehemaligen Klosters in eine Sommerresidenz.

1822 verleiht König Max I. Josef  Klenze überraschend den „Civilverdienstorden“. Außerdem wurde Klenze 1822 dann in den persönlichen bayerischen Adelsstand erhoben. Die Pläne für ein Ministerium in der Ludwigstraße werden zügig genehmigt und umgesetzt.

Nach dem Brand im Nationaltheater wird 1823 Klenze mit dem Neubau beauftragt. Schon 1825 wird es wieder eröffnet.

1825 Entwurf des Ludwigs-Ferdinand Palais am Wittelsbacher Platzes. Nach dem Tode von König Max I. Josef wird Ludwig König.

1826 Grundsteinlegung des Odeons mit Bau bis zur Eröffnung 1828. Außerdem erfolgt die Grundsteinlegung für die Pinakothek und Klenze reist für Studien für die Allerheiligen Hofkirche nach Italien.

1828 Grundsteinlegung für das Herzog Max- Palais, Einweihung der Ludwigs Brücke, und Grundsteinlegung für den Festungsbau in Ingolstadt.

1831 wurde Leo von Klenze Mitglied der preußischen Akademie der Künste

1833 wurde er in den Erbadelsstand erhoben und es wurde ihm der Kammerherrentitel verliehen.

1833 bis 1842 Bau der Walhalla.

1834 Ernennung zum Ehrenmitglied der St. Petersburger Ruhmeshalle. Entwürfe für das Residenzschloss für König Otto in Athen

1835 wurde er Mitglied des Institut of British Architects, Mitglied der Bayerischen Akademie der 

Wissenschaften und Beginn des Baues in München.

1835 Bau des Königsbau der Residenz in München,

1836 Reise nach Frankreich, Belgien und England im Zusammenhang mit dem Eisenbahnwesen.

Audienz bei König Louis Phillipp. Aufnahme in die Académie française. Bau des Monopterus im Englischen Garten als Symbol der Toleranz. Im Sommer 1836 wird die Pinakothek feierlich eröffnet.        

Von 1826 bis 1837 wurde Allerheiligenhofkirche als erster Kirchenbau in Bayern seit der Säkuarisation 1803 erbaut.

1839 1. Russlandreise mit Sohn Hippolyt und der 1. Entwurf der Neuen Eremitage in St. Petersburg

September bis Oktober 1840  2. Russlandreise mit Entwurf der Isaak Kathedrale in St. Petersburg

1842 unternimmt Klenze seine 3. Russlandreise zum Beginn des Baues der Neuen Eremitage.

Außerdem wird die Walhalla bei Regensburg eingeweiht und Klenze wird zum Ehrenbürger von Regensburg ernannt.

1843 Beginn des Baues der Bayrischen Ruhmeshalle mit der Bavaria.

1845 erfolgt seine 4. und 5. Russlandreise.

1846 2. Planungsphase für die Prophyläen am Königsplatz in München.

1847 6. Russlandreise und der Entwurf der Befreiungshalle in Kehlheim entsteht.

1848 musste König Ludwig wegen seiner Affäre mit Lola Montez abdanken. Danach wurde sein     Sohn Maximilian II. König – und erwies sich als ein noch anstrengenderer Bauherr als sein Vater.

1850  beginnt der Bau der Befreiungshalle.

1851  Entwürfe zur katholischen Dionysos-Kirche in Athen.

1852  Unterredung mit Prinz Louis Phillipp über den Louvre-Ausbau.

1853  3. Englandreise aufgrund der Einladung des Parlamentskomitees für den Bau eines neuen Nationalmuseums in London

1854 beginnt der Bau der Prophyläen in München und der Glaspalast wird erbaut, der 1931 abbrennt.

1855 stirbt Zar Nikolaus I., sein Nachfolger Alexander II. hebt die Leibeigenschaft auf.

1857 Entwurf zu einem Monopterus im Nymphenburger Park

1859 wird Klenze von der Hofbauintendanz entpflichtet.

1860 Beginn des Baues der katholischen Dionysos-Kirche in Athen.

1862 Klenze wird in München zum Ehrenbürger erhoben und die Prophyläen werden beendet.

Am 27. Januar 1864 starb Leo von Klenze mit fast 80 Jahren in München und wurde dort auf dem Alten Südfriedhof beigesetzt.

Der Maler

1798-1800 fertigte Leo bereits die ersten Architektenzeichnungen am „Collegium Carolinum“ in Braunschweig  an und widmete sich der Zeichenkunst.

Auf der Bauakademie in Berlin 1800-1803 lernte er unter anderem die perspektivische Zeichenkunst. Als Maler war Leo von Klenze weitgehend Autodidakt.

In Paris bildete er sich dann u.a. in der Malerei bei dem Landschaftsmaler Contant Bourgeois weiter. Danach entstand 1804 sein Werk „Ansicht einer italienischer Stadt mit Landschaft und Figuren“.

1806 tritt er seine erste Reise nach Italien an. Neben vielen Reiseskizzen entsteht auch die Zeichnung “Tanzgruppe vor dem Concordiatempel am Kapitol in Rom“.

Bei Carl Wilhelm von Heideck und später bei Carl Rottmann lernte er die Technik der Ölmalerei.

Immer öfter bettete er seine architektonischen Entwürfe in Landschaften ein. Diese mündeten in den farbigen Gemälden, wie:

Römische Bauten mit Ansicht der Cloaca Maxima (Öl auf Kupfer, vor 1825)

Entwurfes des Schlosses in Athen (Aquarell 1834)

Ansicht von Atrani bei Amalfi ( Öl auf Leinwand 1834)

Das geplante Königsschloss in Athen (1835)

Ansicht der Walhalla von Südosten (1836)

Salvatorkirche zu Donaustauf und Walhalla, (Ölgemälde 1839)

Forum Romanum (Ölgemälde 1840)

Der Poseidontempel von Paestum (um 1855)

Athen im Altertum (Gemälde 1862)

Sein anspruchsvolles Berufsleben lies ihm nur die Zeit für ca. 80 Gemälde. Seine Tafelbilder schuf der Künstler vorwiegend für ihm verbundene und vertraute Persönlichkeiten, viele davon befinden sich noch immer in Privatbesitz. Nicht wenige seiner Gemälde blieben bis weit in das 20. Jahrhundert hinein im Besitz der eigenen Familie.

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